| EIN NEUER SKANDAL UM LUST`S BILDER
Die Ausstellung im Deutsch-Russischen Kulturinstitut (DRKI) wurde nach dem Artikel in der "Sächsischen Zeitung" von 28.07.11 abgesagt.
In diesem Artikel wurde die Ausstellung angekündigt. Dabei hatte die Reporterin das Bild "Religion" aus meiner Webseite verwendet. Am selben Tag hat der Chef des DRKI kurzer Hand eine Vorstandsitzung einberufen und die Ausstellung abgesagt.
Er hatte wohl Angst vorm russischen Popen und dass er mit Frau Lust gemeinsam in eine Ecke gestellt wird.
05.08.11 - Ausstellungseröffnung im Deutsch-Russisches Kulturinstitut Dresden, Zeichnungen ABGESAGT!
http://www.drki.de/online/drki/cis-web2_drki_de.nsf/Inhalt/ErikaLust
Hier ein Artikel aus der Sächsischer Zeitung dazu:
http://www.sz-online.de/Galeristen_haben_Lust_auf_Erika
Einladung (PDF 760 KB)
01.06.11 - Ausstellungseröfnung in der Kunst-und Kulturfabrik Krautwald Dresden
25.06.11 - Premiere "Jedermann", von Hofmannsthal, Theater Annaberg-Buchholz
20.03.11 - Premiere "Hair" " von Galt macDermotl, Theater Annaberg-Buchholz
10. 09.10 - Premiere "Der Waffenschmied" von Lortzing, Theater Annaberg-Buchholz
5.11.10 - Premiere "Breaking the Waves" von Lars von Trier , Theater Most, Tschechien
21.11.10 "Offenes Atelier Dresden", Bärensteinerstr. 23-25, 01277 Dresden
Anfahrt zum Atelier siehe Google Map: http://www.erika-lust.de/atelier.html

ZUM "SKANDALBILD" VON ERIKA LUST
Das Bild "Rosa Wunder" ist unter anderen in der Ausstellung "Frivole Bilder und Objekte " im Kulturhistorischen Museum Stralsund bis 17.10.10 ausgestellt.

Presseerklärung des Museums: Frivole Bilder ud Objekte.doc, 24KB
Interview mit Erika Lust http://www.linke-bildung-kultur.de
Das Oberlandesgericht Dresden unter den Vorsitz der Richterin Praxedis Möhring hat am 16.04.2010 das Urteil vom Landgericht Dresden aufgehoben.
Die Kunst ist frei!!!
Vivat der 4. Zivilsenat OLG Dresden!!!
Die Richterin Praxedis Möhring ist am 06.05.10 zur Richterin am Bundesgerichtshof gewählt worden. Herzlichen Glückwunsch!
Pressemitteilung des Oberlandesgerichts Dresden:
http://www.justiz.sachsen.de
Urteil OLG Dresden vom 16.04.2010
Urteil OLG Dresden PDF- Datei, 284 KB
Das Bild "Frau Orosz wirbt für das Welterbe" malte ich Anfang Juli 2009
kurz nach der Aberkennung des Welterbetitels von Dresden.
Im Bild bringe
ich meine Wut, Enttäuschung und Trauer darüber zum Ausdruck.
Frau Orosz ist zur Zeit die Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden und
hat in Sevilla für Brücke und Welterbe erfolglos verhandelt.
Das Bild bot ich der Zeitung "Morgenpost" an. Mir wurde zugesagt, dass
es veröffentlicht wird. Vorher wurde jedoch das Bild im Rathaus gezeigt.
Zur Voröffentlichung kam es nicht. Anscheinend wurde dies verboten.
Anfang Oktober habe ich das Bild "Welterbe" in die Webseite des
Künstlerbundes Dresden (KBD) "Offene Ateliers Dresden" gestellt.
Als dann am 30 Oktober die Dresdner BILD-Zeitung von dieser
Internetpräsenz berichtete, war die Aufregung groß.
Als einzelne
Stadträte dem KBD drohten, die finanzielle Unterstützung durch die Stadt
in Frage zu stellen, entfernte KBD mein Bild von der Webseite
"Offene Ateliers Dresden.
Ich habe meine Mitgliedschaft
im KBD gekündigt.
Am 11.11.09 bekam ich ein Brief von der Anwaltskanzlei Brehm& v. Moers, Berlin:
"Frau Orosz hat uns mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt,
Derzeit verbreiten Sie im lntemet (www.erika-lust.de ,,Frau Orosz wirbt für das Welterbe“) ein Gemäde das ein Bildnis von Frau Orosz enthält und sie splilternackt zeigt. Das ist eine Verletzung des Persönlichkeitsrecht von Frau Orosz, insbesondere ihres Rechts am eigenen Bild (§§ 22, 23 KUG).
Nach der Rechtsprechung muss - auch im Lichte der Kunstfreiheit - Frau
Orosz eine derartig schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung nicht hinnehmen.
Angesichts dessen habe ich Sie aufzufordern, dieses Bild ab sofort nicht mehr
zu veröffentliche bzw. sonst wie zu verbreiten sowie die beigefügt Unterlasungsverpflichtungserklärung
abzugeben.
Meine Antwort darauf:
...
1. Unstrittig, dürfte sein, dass es sich bei Ihrer Mandantin um eine Person der Zeitgeschichte handelt, für deren Darstellung eine Zustimmung zu einer Abbildung gemäß §22, 23 KUG nicht nötig ist.
2. Auch bei Abwägung der Frage, ob mit meinem Kunstwerk die Persönlichkeitsrechte Ihrer Mandantin verletzt werden, mit der in Artikel 5 GG garantierten Kunstfreiheit/Satire muss ich den Anspruch Ihrer Mandantin als einen Eingriff in die Kunstfreiheit/Meinungsfreiheit und damit als einen Akt der Zensur zurückweisen.
3. Mein Kunstwerk „Frau Orosz wirbt für das Welterbe“ ist ein künstlerischer Kommentar zu einem zeitgeschichtlichen Ereignis, nämlich der in der Geschichte Europas einmaligen Aberkennung des Welterbetitels für das Dresdner Elbtal. Die mit Amtskette dargestellte Oberbürgermeisterin wird auf dem Bild in den Kontext des Themas gestellt. Die von mir implizierte Aussage, dass sie praktisch mit „nichts in der Hand“ , also ohne konkrete eigene Taten für das Welterbe wirbt, ist ein Statement, dass in der Kunst sehr häufig durch Nacktheit dargestellt wird. Somit ist die dargestellte Nacktheit als künstlerisches Mittel zum Ausdrücken ihrer Tatenlosigkeit zu verstehen und somit voll und ganz durch die grundgesetzlich verbriefte Meinungs- und Kunstfreiheit abgedeckt.
Am 3.12.09 hat die für Medienfragen zuständige Kammer des Dresdner Landgerichts mir das Bild "Frau Orosz wirbt für das Welterbe" verboten.
Urteil:
"für Recht erkannt:
1. Die Verfügungsbeklagte wird bei Vermeidung eines vom Gericht für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes bis zu 250.000 EUR, ersatzweise Ordnungshaft, oder einer Ordnungshaft bis zu sechs Monaten
u n t e r s a g t ,
das Originalbild von Frau Helma Orosz, das sie mit nacktem Körper auf dem Gemälde "Frau Orosz wirbt für das Welterbe" zeigt, sowie die Wiedergabe desselben
zu veröffentlichen/ veröffentlichen zu lassen, zu vervielfältigen/ vervielfältigen zu lassen oder öffentlich zur Schau zu stellenl/ öffentlich zur Schau stellen zu lassen.
2. Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Verfügungsbeklagte."
Hier als PDF- Datei (332 KB) Urteil Orosz-Lust vom 03.12.2009
ARTIST STATEMENT VON ERIKA LUST
Ich komme aus der Wüste Kasachstans, genauer aus der Gegend des ehemaligen Karaganda Lager, kurz Karlag. Neben dem bekannteren GULAG war dies das zweite große Straflager in der Sowjetunion.
Ins Karlag wurden meine Großeltern mit meinem Vater während des zweiten Weltkrieges deportiert.
Es hat aber auch Vorteile, wenn man so auf wächst. Ich hatte keine Angst, mich zu widersetzen : dem Zwang in der Schule, zum Komsomol zu gehören.
So hatte schon als Kind politisches Ungehorsam entwickelt.
Gemocht habe ich die Gegend nie.
Mit 16 Jahren ging ich nach Russland, um in Pensa Malerei und Bühnenbild zu studieren. Nach 4 Jahren schloss ich dieses Kunststudium mit Auszeichnung ab.
Danach bewarb ich mich auf eine Stelle als Theatermalerin in Brest, der Heimat meiner Mutter. Das liegt in Weißrussland, direkt an der polnischen Grenze. Ich wurde abgelehnt mit der Begründung : „Deutsche sind in der Grenzregion unerwünscht“.
So musste ich zurück in die Wüste, wo gerade ein Deutsches Theater gegründet wurde. Bis zu meiner Ausreise nach Deutschland habe ich dort als Bühnenbildnerin und Theatermalerin gearbeitet. Die Zeit war sehr politisch. Das Theater hat für die Wiederherstellung der alten Wolga-Deutschen Autonomie gekämpft. Und verloren.
In meiner neuer Heimat, Dresden, habe ich noch einmal studiert (Bühnen- und Kostümbild).
Hier habe ich meine eigene Kunstform gefunden.
Meine Vorbilder sind die alten Meister.
Doch ich mache weder Kopie noch Karikatur, sondern eine Mischform.
Mich interessieren die Staatsporträts der Mächtigen der Welt.
Was passiert mit der Person, wenn man ihr die Kleidung weg nimmt?
Was bleibt dann vor der Macht?
In meiner Arbeit gehe ich so vor: ich nehme ein Bild, wo eine besonders arrogant und überheblich blickende Person in prächtiger Umgebung abgebildet ist.
Ich male das Umfeld und die Person nach, lasse die Kleidung fast weg.
Die Bilder male ich nicht in Öl wie die alte Meister, sondern in einer Mischtechnik- Aquarell, Gouache, Pastell.
Mein Kunstwerk „Frau Orosz wirbt für das Welterbe“ ist ein künstlerischer Kommentar zu einem zeitgeschichtlichen Ereignis, nämlich der in der Geschichte Europas einmaligen Aberkennung des Welterbetitels für das Dresdner Elbtal. Die mit Amtskette dargestellte Oberbürgermeisterin wird auf dem Bild in den Kontext des Themas gestellt. Die von mir implizierte Aussage, dass sie praktisch mit „nichts in der Hand“ , also ohne konkrete eigene Taten für das Welterbe wirbt, ist ein Statement, dass in der Kunst sehr häufig durch Nacktheit dargestellt wird. Somit ist die dargestellte Nacktheit als künstlerisches Mittel zum Ausdrücken ihrer Tatenlosigkeit zu verstehen und somit voll und ganz durch die grundgesetzlich verbriefte Meinungs- und Kunstfreiheit abgedeckt.
Meine Absicht ist es, Diskussionen auszulösen.
Darf man keinen Respekt vor der Macht haben?
Warum regen die Bilder so auf?
Warum hat der Mensch so viel Ehrfurcht von der Mächtigen?
LINKS zu dem "DRESDNER SKANDAL"- Das Bild: "Frau Orosz wirbt für das Welterbe" :
http://www.sz-online.de vom 17.04.2010
http://www.sz-online.de vom 09.04.2010
http://www.mdr.de vom 08.04.2010
http://www.mdr.de/sachsen vom 08.04.2010
http://www.stern.de vom 09.04.2010
http://www.spiegel.devom 03.12.2009
http://www.sz-online.de vom 04.12.2009
http://www.mdr.de/sachsenspiegel vom 03.12.2009
http://www.presseclub-dresden.de vom 05.12.2009
http://dresden.bild.de vom 04.12.2009
http://www.focus.de vom 03.12.2009
http://www.abendblatt.de Hamburger Abendblatt vom 15.12.2009
http://www.merkur-online.de Münchner Merkur vom 03.12.2009
http://orf.at/ ORF vom 04.12.2009
http://dresden.bild.de vom 20.08.2009
http://dresden.bild.de vom 21.08.2009
http://www.dresden-fernsehen.de vom 30.10.2009
http://www.dresden-fernsehen.de vom 02.11.2009
http://www.sz-online.de vom 08.11.2009 |